25. April 2021

Kreuzbandriss – das Gehirn passt sich an

Untersuchungen der Universität Paderborn zeigen, dass es nach Verletzungen des Kreuzbandes zu veränderten Hirnfunktionen kommt. Diese könnten bei Betroffenen trotz gelungener Operation für weitere Schmerzen und Funktions-Defizite verantwortlich sein.

Bei der Erforschung von Hirnfunktionen bei Patienten nach Kreuzband-Operationen wurden Schwierigkeiten festgestellt, die gewohnte Stabilität im Kniegelenk zu erreichen. Infolge verminderter Gleichgewichtsfähigkeit und Haltungskontrolle steigt dabei auch nach Abschluss der Rehabilitation das zukünftige Verletzungsrisiko des Kniegelenks.

Veränderte Hirnprozesse für Wahrnehmung und Verarbeitung bestimmter Reize sind demnach für die Steuerung von Bewegungen zuständig. Während bisher überwiegend die Muskelfunktion (Kraft, Bewegungskontrolle etc.) als wesentliche Trainingsziele nach Kreuzbandoperationen galten, gewinnen jetzt offenbar Mechanismen der Gleichgewichtskontrolle für die Rehabilitation an vornehmlichem Interesse.

Bei der Überprüfung der Gleichgewichtsfähigkeit unterschiedlicher Sportler des Breiten- und auch des Leistungssports wurden bei der Messung unterschiedlicher Bewegungsparameter gleichzeitig Hirnströme untersucht.

Die ersten Ergebnisse solcher Untersuchungen deuten darauf hin, dass „Kreuzband-Patienten“ möglicherweise vermehrt optische und körperliche Wahrnehmung benutzen, um so verletzungsbedingte Veränderungen im Kniegelenk auszugleichen.

Einfach ausgedrückt: Das Gehirn passt sich der verletzungsbedingten Veränderung des Kniegelenkes an. Weitere Studien zur Überprüfung der Ergebnisse sollen folgen.

Foto: Jesse Orrico/Unsplash

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6. April 2021

Kniegelenkarthrose bei Profifußballspielern

Die Frage, ob Profifußballer mit oder auch ohne jegliche maßgebliche Gelenkverletzung ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Kniegelenkarthrose haben, wurde wissenschaftlich untersucht.

Aufgrund der besonderen Laufleistung mit häufigem „stop and go“ ist der Kniegelenkknorpel während des Fußballspiels beim raschen Richtungswechsel und beim Umdribbeln des Gegenspielers einer außergewöhnlichen Belastung ausgesetzt. Hinzu kommt ein in Form von Kreuzband-, Meniskusriss oder Knochenbruch erhöhtes Verletzungsrisiko. Entgegen sonstigen Kleinstverletzungen in Form von Prellungen oder Verrenkungen führen solche Verletzungen oftmals nachträglich zur Entwicklung einer Arthrose.

Anhand der Auswertung einer größeren Zahl von wissenschaftlichen Arbeiten zeigte sich bei männlichen Sportlern ein deutlicher Zusammenhang zwischen Fußballspielen und der Entstehung einer „Gonarthrose“.  Danach ist das Arthroserisiko bei männlichen Fußballspielern im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung um das 2,3- bis 4-fache erhöht. Dies gilt vor allem für Fußballspieler mit o.g. größeren Gelenkverletzungen.

Bei Arthrosen des Kniegelenkes handelt es sich um die häufigste Arthroseform, gefolgt von Sprunggelenk, Hüftgelenk und Wirbelsäule, mit der Konsequenz einer schlechteren Lebensqualität.

(Quelle: deutsches Ärzteblatt, Jg. 118, Heft 4, 29.01.2021)

Foto: Omar Ram/Unsplash

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21. März 2021

Leitliniengerechte Therapie des Rückenschmerzes

Leitlinien fassen als Empfehlung das aktuelle medizinische Wissen medizinischer Fachgesellschaften zusammen, wägen Nutzen und Schaden von Untersuchungen und Behandlungen ab und geben auf dieser Basis konkrete Empfehlungen, wie eine Erkrankung festgestellt und behandelt werden sollte. In diesem Sinne werden orthopädische Krankheitsbilder wie der akute oder chronische Rückenschmerz in meiner Praxis im Regelfall nach diesen Leitlinien behandelt:

  • Stimulationsbehandlung zur muskulären Aktivierung
  • Anleitungen zur Eigentherapie und zum Eigentraining mit individuell am Befund orientiertem Trainingsplan
  • Entspannungsverfahren wie Stufenlagerung und myographisch unterstützte Jacobson’sche Entspannung
  • Wärmeanwendung z.B. in Form von Naturmoorpackungen
  • Chirotherapie und manuelle Therapie einschließlich Faszienmobilisierung
  • Verhaltenstherapie und Biofeed-Back-Training
  • zurückhaltend begleitende Medikation mit Naproxen, Ibuprofen, Metamizol und Opioiden
  • bei Beschwerdepersistenz perkutane Therapieverfahren wie Wirbelgelenkinfiltrationen unter Einhaltung hygienischer Standards und bildgebender Kontrolle

Studien zeigen, dass bei chronischen Kreuzschmerzen zur wirksamen Schmerztherapie multimodale Programme gegenüber einzelnen Behandlungsformen im Vorteil sind. Neben der durch Bewegungstherapie erfolgenden Förderung körperlicher Funktionsfähigkeit helfen oftmals zusätzliche psychologische Therapieangebote, Schmerzbehandlung mit Medikamenten, Schulungen und Maßnahmen zur Stressbewältigung zur Rückkehr in den Beruf oder in den geregelten Alltag.

Wir haben Ihnen hierzu einiges anzubieten. Sprechen Sie uns an!

-> Machen Sie doch vorab einen Rückenschmerztest bei sich zu Hause.

Foto: Toa Heftibar/Unsplash

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15. März 2021

Gang-Analyse von Bewegungsverhalten

Schon geringe Fehlbelastungen können bei Ausdauerbelastungen des Gehens und Laufens zu erheblichen Überlastungsschäden führen.

Dank eines neuen Gang- und Laufanalysesystems lassen sich in meiner Praxis biomechanische Fehlbelastungen oder -Fehlstellungen anhand zeitlich unaufwendiger Messung ebenso objektiv und präzise darstellen, wie Abweichungen im Bewegungs- und Gehverhalten – bei Sportler:innen ebenso wie in der Nachsorge nach Operationen oder Verletzungen.

Neben der Aufdeckung von Fehlhaltungen dienen die Messergebnisse der Aufdeckung von Gleichgewichtsstörungen und Schonhaltungen und tragen zur Therapieentscheidung auch bei schuhorthetischen Versorgungen bei.

Detaillierte Analysen im Bewegungsverhalten dienen insbesondere als Grundlage für anschließend effektive Therapiemaßnahmen und Trainingsempfehlungen.

Foto: Damir Spanic/Unsplash

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21. Februar 2021

Moderne funktionelle Diagnostik

Akute Beschwerden können in der Orthopädie durchaus häufig mittels ausschließlich symptomatischer Therapien erfolgreich beseitigt werden.

Wiederkehrende oder chronische Beschwerden bedürfen zur erfolgreichen Therapie hingegen einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung, um in der Ursache behandelt zu werden. Sei es, dass es sich um organische Gewebsschäden (z.B. Bandscheibenvorfall, Arthrose, Sehnenruptur etc.) oder um „funktionelle“ Spannungs-, Bewegungs- oder Haltungsstörungen handelt.

Die bildgebende Diagnostik hat bei der Aufdeckung von Gewebsschäden an Wirbelsäule und Gelenken in den letzten Jahrzehnten durch erheblichen technischen Fortschritt beim digitalisierten Röntgen und in der Tomographie (CT, MRT) große Erfolge erzielt.

Allerdings werden solche oftmals ungerechtfertigt als schmerzverantwortlich gehaltenen Bildbefunde für operative und kostenaufwendige Therapieentscheidungen herangezogen. Als allenfalls beschwerde-begünstigende Veränderungen werden sie jedoch häufig erst durch maßgebliche Fehl- und Überlastung von umgebenden Sehnen und Muskeln symptomatisch. Die Folge der Fehleinschätzung resultierender „funktioneller“ und „projezierter“ Beschwerden sind ausbleibende Therapieerfolge und weitere Chronifizierung.

Aus diesem Grund hat der Nachweis, die Einordnung und Behandlung von muskulären Spannungs- und Gelenkfunktionsstörungen sowie Fehlhaltungen seit jeher als wichtige Ergänzung herkömmlicher bildgebender Diagnostik in meiner Praxis besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Notwendigkeit und Angemessenheit in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation basieren dabei entsprechend der Nationalen Versorgungs-Leitlinie[1] auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis (beste verfügbare Evidenz) und der Praxis.


[1] Programm für Nationale Versorgungs-Leitlinien, Träger: Bundesärztekammer Kassenärztliche Bundesvereinigung Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 2. Auflage, 2017 Version 1 AWMF-Register:Nr.: nvl-007

Foto: Antoine Jerji

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10. Februar 2021

Sitzen und Stehen sind schlecht

Gehen und Liegen sind gut!

Hohlkreuz oder runder Rücken – was entlastet die Wirbelsäule?
Sitzen und Stehen bedeuten eine rückenbelastende Haltung. Allein anhaltendes Stehen kann zur Hohlkreuzhaltung mit übermäßiger Belastung der unteren Lendenbandscheiben führen. Platte Füße und/oder in den Kniegelenken allzu sehr gestreckte Beine begünstigen, dass die kleinen Wirbelgelenke dabei ineinander gestaucht werden.

Im Versuch, der rückenbelastenden Hohlkreuzhaltung im Stehen zu entgehen, empfinden viele Menschen das Sitzen vergleichsweise als wohltuend und rückenentspannend. Stattdessen verstärkt sich die Belastung der Bandscheiben in leicht gebeugter Sitzhaltung tatsächlich auf das Doppelte.

Was vermeintlich gut tut, erreicht auf Dauer somit eine Schädigung des Rückens. Damit ist die gebeugte Sitzhaltung, wie wir sie beim Autofahren, mit übereinander-geschlagenen Beinen oder - in extremerer Form - im abendlichen ‚Strecksitz‘ mit hochgelegten Beinen vor dem Fernseher einnehmen, mitunter ebenso schädlich. Entgegengesetzt zur belastenden Hohkreuzhaltung im Stehen gerät die meistens bereits verspannte und verkürzte untere Rückenstreckmuskulatur durch die in Beugung nach hinten gekippte Beckenhaltung zusätzlich in eine anhaltend passive Dehnung. Erst unter der Anspannung dieser Muskulatur beim anschließenden Versuch der Aufrichtung in den aufrechten Sitz oder den Stand bekommen wir ihre vorausgegangene allzu lange Dehnung und Schwächung umso schmerzhafter zu spüren. Damit ist die Hohlkreuzhaltung im Stehen für den Rücken ebenso schädlich wie die gebeugte Sitzhaltung. Allein das aufgerichtete Sitzen mit nach vorn gekipptem Becken und abschüssig gehaltenen Oberschenkeln führt zu einer rückenentlastenden Haltung, bei der die dabei eingenommene Hüftbeugung gleichzeitig ebenso vor einer übermäßigen Hohlkreuzhaltung bewahrt, wie der in den Knien aktiv leicht gebeugte Stand.

Foto: christina-wocintechchat/Unsplash

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22. Januar 2021

Jetzt Rücken und Immunabwehr stärken!

Für viele war und ist die Corona-Pandemie purer Stress, der auch über die Feiertage keine Pause gemacht hat: Verunsicherung, gesundheitliche Sorgen, wirtschaftliche Existenzängste und auch soziale Isolation prägen den Alltag.

Dauerhafter Stress kann allerdings zusätzlich die Immunabwehr schwächen und so als möglicher Verstärker für Infekte zurückwirken. Ins Positive gewendet heißt das, wer dem Stress gezielt entgegenwirkt, kann seine Abwehrkräfte stärken – nicht nur, aber gerade auch in der freien Zeit.

Stress bedingte Hormonausschüttungen haben vielfältige Auswirkungen auf den ganzen Körper. Ärger am Arbeitsplatz kann ebenso als Auslöser fungieren wie Stress mit dem Partner, eine chronische Krankheit oder – wie jetzt gerade während der Pandemie – ein anhaltendes Gefühl von Unsicherheit und Angst. Ebenso wie Nerven- und Blutgefäßsystem beeinflusst der Alarmruf unseres Körpers auch die Funktion der Immunzellen. So können Stresshormone wie das körpereigene Cortisol z.B. auch die Barrierefunktion der Haut und der Schleimhäute stören, sodass insbesondere Viren wie SARS-CoV-2 leichter über die Atemwege eindringen können.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Stressoren wie ein niedriges Einkommen oder Arbeitslosigkeit, Partnerlosigkeit, mangelhafte Ernährung oder beengte Wohnverhältnisse hier eine negative Rolle spielen. Manche dieser Belastungen kommen auch in meiner Sprechstunde regelmäßig zur Sprache.

Hinzu kommt die Tatsache, dass übliche Reha-Maßnahmen wie zum Beispiel bei Rückenschmerzen derzeit ausgesetzt sind, auch ambulante Reha-Maßnahmen vielerorts nicht mehr durchgeführt werden und Sportgruppen zur Zeit pausieren müssen.  Dies sollte gerade jetzt in der Isolation der Pandemie nicht dazu führen, dass das wöchentliche Training weiterhin unterbleibt.

Während chronischer Stress die Infektanfälligkeit erhöht, kann akuter, nur kurz anhaltender Stress allerdings hingegen genau das Gegenteil bewirken. Dies gilt es sich auf vielfältige Weise zunutze zu machen; als „Stress“ gilt hier nämlich auch gemäßigter Sport wie Fahrradfahren, Gymnastik oder Spazierengehen.

Auf diese Weise kann vor allem eine gezielte, kurzfristige Aktivierung der Stressantwort mittels zielgerichteten eigenständigen Trainings für Rücken und Gelenke ebenso physisch wie psychisch gesundheitsfördernd sein.

Ich berate Sie hierzu gerne!

Foto: Pixabay

Foto: Genessa Panainte/Unsplash

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16. Januar 2021

Podoskopie – aktivierte Fußmuskelfunktion

Die Körperhaltung ist das Ergebnis eines koordinierten Zusammenspiels von Körpergefühl, Muskelaktivität, augenblicklichen optischen Eindrücken und Gleichgewichtsempfinden. Die Tast- und Greiffunktion des Fußes bilden dabei die funktionelle Basis der Körperhaltung und der Bewegung. Die Muskeln des Fußgewölbes lösen reflektorische Spannungsreaktionen der Bein- und Rumpfmuskulatur aus. Durch das aktive Anspannen der kurzen und langen Fußmuskeln werden skelettale Veränderungen wie die Anhebung der Fußgewölbe, Korrektur der Fußhaltung, Stabilisierung des Sprunggelenkes, Geraderichtung der Beinachsen, Änderung der Beckenstellung und das Gesamtlot beeinflusst.

Mittels visueller Erfassung der Fußform lassen sich Fußschwächen und Halteanomalien erfassen. Änderungen der Körperhaltung durch sensomotorische Einflüsse können objektiv bestimmt und analysiert werden. Dies gibt Hinweise auf die Wirksamkeit von sensomotorischen Einlagen.

Foto: Jan Romero/Unsplash

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8. Januar 2021

Strahlungsfreier Rückenscanner

Mittels eines strahlungsfreien Rückenscanners (Spine-Check) lassen sich Grundhaltung, Rumpfbeweglichkeit und Haltungsstabilität als wichtigste Funktionsbeschreibungen der Wirbelsäule in einer 2-5-minütigen Untersuchung erfassen. Auf diese Weise lassen sich Blockierungen, Instabilitäten und Ausgleichsbewegungen aufdecken, um die funktionelle Therapie oder unsere Trainingspläne individuell anzupassen.

Das Verfahren eignet sich sowohl zur Abklärung schmerzverantwortlicher Funktionsstörungen als auch präventiv, um frühzeitig Probleme und Schwachstellen aufgrund von Fehlhaltung oder -Belastung zu erkennen, bevor Beschwerden chronisch werden. Deswegen wird der Rückenscan in unserer Praxis im Falle von wirbelsäulenbezogenen Beschwerden sowohl bei Sportler:innen als auch bei vorwiegend sitzend tätigen Büroarbeiter:innen aller Fitness- und Altersklassen angewendet.

Die wichtigste Grundvoraussetzung für eine anschließend befriedigende Erfolgskontrolle bleibt allerdings die Bereitschaft, basierend auf den Ergebnissen langfristig regelmäßig und eigenverantwortlich am therapeutischen Erfolg für einen starken Rücken mitzuarbeiten.

Fotos: Janinne Schmid (Academy)

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27. Dezember 2020

Unser Hygienekonzept in der Pandemie

Durch unser detailliertes Hygienekonzept ermöglichen wir Ihnen einen sicheren Praxisbesuch während der Corona-Pandemie...

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