Besonderheiten in der Sprechstunde der Kinder- und Jugendlichen-Orthopädie

Eine "Kinder- und Adolezentensprechstunde" bietet die Möglichkeit, außerhalb der Schulunterrichtszeit Gelegenheit zur orthopädischen Konsultation zu finden.

Mit der Entscheidung einer möglicherweise längerfristigen, ja vielleicht sogar für die gesamte Dauer des kindlichen und jugendlichen Wachstums erforderlichen Therapie und orthopädischen Therapiebegleitung ergibt sich das Erfordernis einer regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Sie dient zur notwendigen Beurteilung des erreichten Therapieerfolges bzw. weiterer Behandlungsbedürftigkeit und ist unabdingbare Voraussetzung für weitere Therapieentscheidungen und Verordnungen. Zum Zweck zuverlässiger Befundkontrolle kann dabei eine apparative oder optimetrische Haltungsvermessung mittels Photographie zum Einsatz kommen, eine allzu frühe oder häufige Röntgenkontrolle zu umgehen.

Von Seiten der Eltern bedarf es im Falle der Verordnung krankengymnastischer Behandlung, sich selbst, seitens der oder des Krankengymnastin/en eine Einweisung in das tägliche Übungsprogramm des Kindes geben zu lassen, um konsequent in der häuslichen Durchführung solcher Übungen Unterstützung zu bieten.

Der hieraus resultierende Trainingseffekt ist durch eine ausschließlich einmalige wöchentliche krankengymnastische Behandlung nicht zu erreichen. Stattdessen ist vergleichbar einem sportlichen Training auf selbständiges und regelmäßiges Eigentraining abzuzielen

Dazu hat es sich als hilfreich erwiesen, die Übungen ab Therapiebeginn arbeitstäglich zu festgelegten Uhrzeiten – vorzugsweise vor den Abendstunden – durchzuführen.

Entsprechende Aufmerksamkeit der Eltern ist bei der Kontrolle bzgl. der regelhaften Verwendung und bei möglichen Problemen in der Verwendung verordneter orthopädischer Hilfsmittel wie Einlagen oder Rumpforthesen gefordert. Schadhafte oder zu klein oder eng gewordene Hilfsmittel gehören ebenso regelmäßig kontrolliert und erforderlichenfalls erneuert. Wie in allen Bereichen der Medizin kann ärztliche Hilfestellung nur soweit erfolgreich sein, als der Patient ihn in eigener Mitarbeit in der Beseitigung seiner Gesundheitsstörung durch eigene Mitarbeit unterstützt.

Foto: Yanapi Senoud/Unsplash

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